LVI-Standpunkte 4/2016

Zum Jahresende hat der LVI eine weitere Ausgabe seiner „Standpunkte“ veröffentlicht. Sie enthalten zum einen unsere regelmäßige Einschätzung zur konjunkturellen Lage. Zum anderen befassen wir uns mit den großen Transformationsprozessen, mit denen die Industrie konfrontiert ist und die sie so weit wie möglich selbst gestalten möchte – namentlich insbesondere die Energie- und die Mobilitätswende.

Mit Blick auf die konjunkturelle Lage ist festzustellen, dass die Unternehmen der wenig dynamischen Weltkonjunktur und den globalen Risiken weiterhin die Stirn bieten. Das Wachstum im Jahr 2016 wird voraussichtlich nicht so deutlich unter die Vorjahreswerte fallen wie zwischenzeitlich befürchtet, jedoch unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Trotz der unbeantworteten Fragen des Brexit, des US-Wahlausgangs und weiteren Risiken ist die Stimmung in der heimischen Industrie durchaus positiv.

Die Aussichten für 2017 sind nicht wesentlich anders, sodass der LVI gegenwärtig weiterhin von einem eher gemächlichen Wachstum in der Größenordnung von etwa 1 Prozent ausgeht. Kurz: Das Wachstum bleibt, die Wachstumsrate stagniert.

Selten, vielleicht nie zuvor, war die hiesige Industrie mit derart vielfältigen und tiefgreifenden Transformationsprozessen konfrontiert, wie es gegenwärtig der Fall ist. Schlüsselworte wie industrielle Revolution, wie Disruption, wie Sharing Economy, wie Digitalisierung und Internet der Dinge, Energie- und Mobilitätswende, aber auch wie Technologieverbote und Fahrver-bot, machen die Runde und sind nicht für alle gleichermaßen zu greifen. Viele Unternehmen sehen in erster Linie Chancen, andere zunächst einmal einen großen und schwer einzuordnenden Block, wieder andere existenz-bedrohende Entwicklungen, derer sie nur schwer Herr werden können. Sie alle wollen ernstgenommen, wollen mitgenommen, wollen im Einzelfall auch auf einem kleinen Stück des Weges an die Hand genommen werden.

Wir alle sind gemeinsam gefordert, diese Transformationsprozesse anzunehmen und zu gestalten, und zwar so zu gestalten, dass sie den Standort Baden-Württemberg in verträglicher Art und Weise wappnen, stärken und voranbringen. Weiter Ausführungen zu beiden Themen enthalten die LVI-Standpunkte 4/2016.